Basketball-Damen siegten gegen Germering erst nach Verlängerung
Chefcoach Achim Maier hatte seine Basketballdamen immer wieder darauf hingewiesen, dass ja kein Gegner unterschätzt werden dürfe, denn nicht wenige der Konkurrenten hatten sich in der Zwischenzeit verstärken können. Dass dem so ist, mussten die Spielerinnen des TSV Amicitia Viernheim fast schmerzlich im Heimspiel gegen den SV Friendsfactory Germering erleben. Denn der Tabellenführer der 2. Bundesliga lag nach solidem Beginn recht deutlich zurück. Die Aufholjagd gelang dann doch noch und man erreichte wenigstens die Verlängerung. Und diese zusätzliche Spielzeit war an Dramatik kaum noch zu unterbieten. Am Ende hieß es dann 86:83 für die Gastgeberinnen, die von den Zuschauern in der Waldsporthalle mit standing ovations in die Kabine verabschiedet wurden.
Die Basketballdamen des TSV Amicitia waren schon im bisherigen Rundenverlauf für ihre oft recht knappen Siege bekannt. Gegen den Liganeuling aus Oberbayern machten sie es aber besonders spannend. In der Tabelle findet jedoch nur der Sieg seinen Niederschlag und nicht nur der bereitet den Spielerinnen und ihrem Umfeld Freude. Diese wurde noch verstärkt durch die Nachricht, dass mit dem TSV Towers Speyer-Schifferstadt einer der schärfsten Konkurrenten eine unerwartete Heimniederlage bezog. Denn die Pfälzer verloren ausgerechnet gegen den bisherigen Tabellenletzten Grüner Stern Keltern.
Das erste Viertel verlief so wie man es sich insgeheim erwartet hatte. Der favorisierte Tabellenführer verbuchte nach zehn Minuten eine 20:17. Im zweiten Spielabschnitt trauten jedoch Coach Maier, seine rechte Hand Adrian Crawford sowie Herbert Friedel und Manfred van Treek als die guten Geister rund um die Bank nicht ihren Augen. Zwar verlief die Partie sehr ausgeglichen und auf beiden Seiten gab es viele Möglichkeiten. Aber während die Viernheimerinnen ihre Treffsicherheit einfach verloren hatten, stimmte die Visiereinstellung bei den Gästen aus dem Münchner Umfeld. Germering machte nicht nur den Rückstand wett, sondern setzte sich deutlich ab. Zur Halbzeit stand es 31:41.
Nach dem Wechsel sah es dann für die Maier-Truppe wieder besser aus. Mit 23:14 ging das dritte Viertel an die Gastgeberinnen. Die letzten zehn Minuten kosteten dann alle viel Nerven. Denn nun wechselte die Führung gleich mehrmals und keine Mannschaft konnte sich mehr absetzen. Zwei Minuten vor Schluss führte Viernheim mit zwei Punkten, lag jedoch, als nur noch 25 Sekunden zu spielen, mit dem gleichen Abstand zurück. Dann gelang Brittney Whiteside mit zwei verwandelten Freiwürfen der Ausgleich zum 72:72. Germering bekam in Ballbesitz, verlor ihn aber umgehend an die Viernheimerinnen. Diese konnten jedoch den Vorteil nicht nutzen, dafür eroberte sich Germering den Ball zurück. Die Mannschaft aus Bayern hatte noch 14 Sekunden für den Angriff. Zwei Sekunden vor Schluss ein Wurf Germerings, der nur den Ring traf und der Rebound landete bei Susi Duvinage.
Damit war Verlängerung angesagt. Erst als sich Germerings athletische Topscorerin Marijana Kovacic mit ihrem fünften Foul selbst aus dem Spiel nahm, konnte sich Viernheim wieder mit sechs Punkten absetzen. Allerdings kamen die Gäste in der vorletzten Minute dank Viernheimer Nachlässigkeiten in der Verteidigung durch zwei erfolgreiche Dreipunktewürfe nochmals bis auf zwei Punkte heran. Nun begann Germering zu foulen, wobei Emily Tay und Brittney Whiteside jedoch fünf von sechs Freiwürfen sicher verwandeln konnten.
Die 14 Viernheimer Punkte der Verlängerung (14:11) wurden ausschließlich durch Emily Tay und Brittney Whiteside erzielt, die von Coach Achim Maier die Anweisung erhalten hatten, ihre Schnelligkeit voll auszuspielen. Beim Überlaufen der gegnerischen Abwehr sollten sie entweder die Punkte selbst machen oder Fouls auf sich zu ziehen. Und diese Taktik ging zum Glück so gerade mal eben auf.
Matchwinnerin bei den Viernheimern war einmal mehr Brittney Whiteside, die gleich auf 35 Punkte kam, womit sie mehr als die „halbe Miete“ zum Sieg beisteuerte. Sie rettete ihrem Team mit ihrer Treffsicherheit das Erreichen der Verlängerung und schließlich auch den Sieg. Jeweils 18 Punkte gingen auf die Konten der beiden anderen Amerikanerinnen Emily Tay und Katherine Rollins. Außerdem spielten: Luise Büchele, Susan Duvinage (5), Cansu Elman (2), Agathe Kiersz (3), Katharina Kiersz (4), Sabina Merrill, Susanne Müller (1). ock