22:12:25 12.10.2011

Dornhoff führt die LIONS durch die Saison

Auf dem Online-Wissensportal Wikipedia findet sich unter dem Eintrag „Deutscher Meister (Basketball)“ auch der folgende Satz: „Bei den Frauen ist SG KPV 69 Halle Rekordtitelträger der DDR mit 20 Meisterschaften“. Neben der halleschen Basketballlegende Gunther Schmidt (75) ist Dr. Martin Dornhoff (67) einer der Protagonisten dieser großen Erfolge vergangener Zeiten. Eben jener schlägt in diesen Tagen als Cheftrainer der LIONS gewissermaßen eine Brücke von der Geschichte zur Gegenwart.

Nach der Trennung von Jaroslaw Zyskowski hatte Dornhoff vorerst als Interimslösung erneut die Führung der Bundesligamannschaft übernommen und innerhalb kürzester Zeit dem Team wieder Leben eingehaucht. Nachdem daher von Seiten der Mannschaft durch ihren Kapitän Michaela Abelova sowohl an den Basketballnestor selbst, als auch an die Führung der LIONS herangetragen wurde, hinter dem erfahrenen Mann zu stehen und vorzugsweise die Saison unter ihm zu Ende zu spielen, bekam die Suche nach einer neuen Führungskraft für die Bundesligamannschaft eine ganz neue Wendung.

Dornhoff erbat sich Bedenkzeit, inwieweit die Anforderungen des Cheftrainerpostens mit seinen Tätigkeiten als Dozent an der Universität Leipzig und seinen bereits bestehenden Aufgaben im Verein als Abteilungsleiter sowie als Trainer der 2. Mannschaft zu vereinbaren sind, bzw. wie hier eine Entlastung geschaffen werden könnte. Als er nun nach ausführlichen Erörterungen mit den Verantwortlichen auch selbst die Bereitschaft äußerte die Mannschaft durch die Saison zu führen, stand schnell fest, dass ab sofort das Wörtchen interim vor der Amtsbezeichnung Cheftrainer wegfallen würde.

Die Führung der LIONS zeigte sich entsprechend erfreut über die gefundene Lösung. In der aktuellen Situation gibt es keine bessere. An der fachlichen Eignung Dornhoffs bestehen keine Zweifel. Der habilitierte Sportwissenschaftler blickt auf gut ein halbes Jahrhundert Erfahrung im Leistungssport zurück. Zugleich ist er gewissermaßen die Personifizierung des Basketballs in Halle im weiblichen Bereich. Sein Name ist als früherer Bundesligatrainer, Landestrainer in Sachsen-Anhalt sowie Entdecker und Förderer unzähliger Talente und Nationalspieler eng verbunden mit den Erfolgen des halleschen Basketballs. Bei Dornhoff weiß man, was man hat. „Ich bin froh, dass nun die Arbeit, die Martin Dornhoff in den letzten beiden Wochen mit den LIONS begonnen hat und die sofort sichtbar Früchte getragen hat, weitergeführt wird“, erklärt daher LIONS-Teamchefin Dr. Cornelia Demuth, die übrigens in ihrer aktiven Karriere als Spielerin selbst einige Zeit unter Dornhoff gespielt hat und daher den Trainer auch aus Spielersicht kennt.

Dornhoff selbst hat wie immer nur ein Interesse im Sinn: die Entwicklung des halleschen Basketballs. So führt er aus: „In dieser unheimlich ausgeglichenen Liga, wie wir sie in diesem Jahr vorfinden, muss es in erster Linie das erklärtes Ziel sein, die Mannschaft überhaupt in der Bundesliga zu halten. Bisher hat sich gezeigt, dass wir 12 Teams auf nahezu gleichem Niveau in der Liga haben. Es gehört schon eine Portion Mut dazu, in so einer komplizierten Situation sich der Verantwortung zu stellen. Nach einigen Überlegungen habe ich mich jedoch entschlossen, mit der breiten Unterstützung aller Verantwortungsträger sowohl im sportlichen als auch organisatorischen Bereich, diese Herausforderung anzugehen.“

Nachdem nun diese entscheidende Personalie geklärt ist, sollte nach den turbulenten Wochen des Saisonauftakts wieder etwas Ruhe im Löwenrudel einkehren. Bleibt dann die Leistung der Mannschaft dabei so ansprechend, wie in den ersten beiden Spielen unter der Führung von Dornhoff, dürfte noch der ein oder andere Sieg gefeiert werden in dieser Saison; eben ganz im Zeichen der großen halleschen Basketballtradition.