22:55:26 22.03.2009

Niederlage im Finale schmerzt nur kurz

Die Basketballdamen der ChemCats Chemnitz verloren das Endspiel um den Pokal der Damenbasketballbundesliga (DBBL) gegen Ligakrösus Saarlouis Royals mit 46:88 (28:46).

Aber wer jetzt glaubt, dass die Chemnitzerinnen die Köpfe hängen ließen, der irrte gewaltig. Der zweite Platz wurde gefeiert, wie der Pokalsieg. „Saarlouis ist verdient deutscher Pokalsieger geworden. Sie haben uns die ganze Zeit beherrscht“, gab Trainer Raoul Scheidhauer nach dem Schlusspfiff zu und gratulierte erhobenen Hauptes Gegner-Coach Rene Spandauw.

Die ChemCats begannen furios. Gleich die ersten beiden Dreier von Chevon Keith und Kristin Kretzschmar saßen. Doch die 6:2 Führung sollte die einzige im Spiel für die Scheidhauer-Schützlinge sein. Der übermächtige Gegner spielte schnellen, schnörkellosen Basketball und überrannte ein ums andere Mal die Verteidigung der ChemCats. Bei zwölf fast gleichstarken Spielerinnen haben die Saarländerinnen auch die Möglichkeiten dafür. Chemnitz wurde in der eigenen Hälfte bereits beim Spielaufbau unter Druck gesetzt und so zu einfachen Fehlern gezwungen. Man merkte, dass der Kräfteverschleiß vom gestrigen Halbfinalspiel extrem hoch war. Und die 45 Minuten saßen den Mädels in den Knochen. Corrie Fertitta, im gestrigen Spiel noch mit 27 Punkten kam diesmal nur auf neun. Zu stark war die Defensive der „Königlichen“. Auch Chevon Keith und Martina Bozikov punkteten nur einstellig. „Wir hatten heute einfach keine Chance“, musste auch Kristin Kretzschmar eingestehen.

„Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Sie haben am Wochenende stark gespielt“, verteilte Scheidhauer an jede einzelne Spielerin Lorbeeren.

Zur Halbzeit war das Spiel bereits entschieden. Zu dominant waren die Royals, die mit sechzehn Punkten nach zwanzig Minuten führten. Am Ende sollte es eine herbe Niederlage sein, die den ChemCats aber nicht allzu schmerzen sollte. Bereits bei der Siegerehrung schaute man wieder in strahlende Gesichter, die mit Stolz auf ihre Silbermedaille bissen. „Ein geiles Gefühl“, so Jenny van Doorn und Nadja Heuschkel, die den größten Triumph, in ihrer jungen Karriere feierten.

Nach zwei Regionalligisten (Mittweida und Bamberg) und dem Zweitligaspitzenreiter KuSG Leimen wurde im Pokal auch vor großen Namen (Oberhausen) nicht halt gemacht und der größten Triumph in den letzten zehn Jahren eingefahren.

Jetzt geht es in die wohlverdiente Sommerpause.

Dritter im Pokal wurden die Eisvögel des USC Freiburg vor dem Gastgeber evo New Basket Oberhausen.

Für die ChemCats spielten: Fertitta (9), Kretzschmar (7), van Doorn, Schrutka (5), Heuschkel, Müsch, Rosenfeldt (4), Jasiunskaite (5), Schnorr, Bozikov (9), Keith (7)

Tommy van Doorn