Keine Belohnung

VON FRANZISKA SEIFERT

Nach der kräftezehrenden und knappen 74:77-Niederlage gegen Marburg am vergangenen Freitag wollten sich die GISA LIONS SV Halle eigentlich mit einem Sieg über die flippo Baskets BG 74 Göttingen belohnen, aber auch das gelang nicht. Frustrierend ist die 77:90-Niederlage, denn man wurde das Gefühl nicht los, dass sie unnötig war.

Und das soll die starke Leistung der Gäste aus Göttingen nicht schmälern. Das Team von Goran Lojo war von Beginn an präsenter und aggressiver als die GISA LIONS. Schnelle Abschlüsse, gute Wurfquote und eine hochmotivierte Jill Morton, die beim Stand von 5:21 schon 10 Punkte erzielt hatte, prägten die Startphase des Spiels. 16 Punkte lagen die Löwinnen also nach siebeneinhalb Minuten schon zurück. Erst dann gab es den dringend notwendigen Ruck im Team von José Araujo. Mit Impulsen von Snezana Aleksic und Punkten von Jordan Korinek verkürzten die Gastgeberinnen auf 14:23 zur Viertelpause. Im zweiten Abschnitt sahen die GISA LIONS Fans, was sie sich von Ihrem Team wünschen – Kampf, schnelles Spiel, Ballgewinne, Rebounds und eben Treffer. Die lieferte Inken Henningsen. Drei Dreier gelangen ihr in diesem Viertel und die beflügelten auch das gesamte Team. Göttingen spielte weiter gut, aber die LIONS waren in der Partie angekommen und alles war offen. Beim Stand von 42:43 ging es in die Kabine. Doch anstatt von der geglückten Aufholjagd euphorisiert, kamen die Löwinnen eher wie gelähmt aus der Halbzeitpause. Schnelle Punkte von Crowder, Morton und Co. veranlassten José Araujo nach drei Minuten zur Auszeit (42:49). Doch diese zeigte kaum Wirkung. Erst nach viereinhalb Minuten gelangen den GISA LIONS die ersten Punkte in der zweiten Halbzeit zum 45:51. Bei den Löwinnen wurden die Spielzüge zu Stückwerk, einfache Ballverluste waren der Sand im Getriebe und auch in der Defense zeigten sie zu wenig Biss. Die Göttingerinnen hingegen hatten in Jill Morton an diesem Abend eine verlässliche Punktegarantin, die von ihrer Mannschaft auch immer wieder gut in Position gebracht wurde. Bis zum Ende des dritten Viertels hatte die Amerikanerin schon 29 Punkte gesammelt darunter fünf erfolgreiche Dreier. Dennoch, auch beim 58:69 zu Beginn des 4. Viertels, wäre eine Wende des Spiels noch möglich gewesen. Doch den Löwinnen gelang es nicht, wieder in Schlagdistanz zu kommen. Zunächst gab es einige vergebene Freiwürfe, dann viele Fouls und am Ende fehlte einfach die Kraft.

Die Löwinnen bleiben trotz des Sieges der Saarlouis Royals auf Platz 11 der Tabelle. Doch es wird nun verdammt schwer für die GISA LIONS die Abstiegsränge zu verlassen. Noch vier Spieltage sind zu spielen und vergleicht man das Endprogramm der vier abstiegsgefährdeten Teams Marburg, Heidelberg, Saarlouis und Halle wird schnell klar: Die kommenden Wochen werden hart. Zwei Auswärtsspiele in Wasserburg (2.) und Herne (4.), gefolgt vom letzten Heimspiel gegen Keltern (1.) liegen nun vor den GISA LIONS, bevor es am letzten Spieltag nach Heidelberg geht. Aber abgerechnet wird erst dann, wenn es nichts mehr zu rechnen gibt und bis dahin wird Basketball gespielt, so gut es eben geht.

Let´s go GISA LIONS.

 

Für die GISA LIONS SV Halle: Korinek (23 Punkte /8 Rebounds /1 Dreier), Aleksic (17/4/4), Henningsen (13/2/4), Mercer (12/10/-), Coleman (8/4/1), Kaśparkova (2/-/-), Kampouraki (2/-/-), Hebecker (-/2/-), Budimir (-/1/-), L. Schinkel (-/1/-), Beluśova, J. Schinkel